Direkt zum Inhalt
In Wien Brigittenau hat die Stonehill Group ein „Studentenhotel” errichtet, ein Hotel für Young Urban Professionals entsteht daneben.
In Wien Brigittenau hat die Stonehill Group ein „Studentenhotel” errichtet, ein Hotel für Young Urban Professionals entsteht daneben.
© Kaiser

Wohnen auf Zeit

14.03.2019

Serviced Apartments machen nicht nur Studierenden und jungen Selbstständigen Angebote. Die Nachfrage wird weiter steigen.

Anzeige

Studierende haben heute durchaus die finanziellen Mittel, vor allem wenn sie aus Übersee zum Studieren nach Österreich kommen, sich ein möbliertes Apartment für 700 Euro aufwärts im Monat leisten zu können. Wenn man ihnen dafür auch die entsprechenden Services bietet: Zum Beispiel Musikstudenten einen Proberaum im Keller, einen Waschsalon oder eine Rezeption zur Erhöhung ihres Sicherheitsgefühls. Allein in Wien studieren etwa 200.000 junge Menschen. Dieses Potenzial versucht zum Beispiel die Stonehill Group anzusprechen. Sie haben eine „Studentenhotel“ in der Dresdner Straße errichtet. The Fizz bietet 632 Studentenzimmer. Nebenan wird gerade ein Angebot speziell für Young Professionals fertiggestellt. Die Erdgeschoßfläche bietet Gemeinschaftsräume, am Dach sitzt man gemeinsam auf der Terrasse, es gibt Übungsräume und sogar ein kleines Kino. Die Apartments sind 26 m2 groß mit Kitchenette und Bad. „Der Markt für solche Angebote ist noch nicht gesättigt“, sagt Malaika Messerer von Stonehill. Innsbruck und Graz hätten hierfür auch noch Potenzial. So etwas mieten auch Firmen im Package für ihre Mitarbeiter. In UK werden auch Cluster-Apartments angeboten, also Wohngemeinschaften für Studierende. Das sei aber im deutschprachigen Raum nicht so beliebt.

Neue Zielgruppen, gute Rendite

Serviced Apartments können weitere Zielgruppen ansprechen. Vera Skala, Geschäftsführerin von Austria Real, hat sich den Markt genauer angesehen. Grundsätzlich sind solche Angebote gemütlicher, wohnlicher als das übliche Hotelzimmer und deutlich günstiger, vor allem wenn man länger bleibt. Dafür gibt es meist kein F&B und kein Zimmerservice. „Flexible, individuelle und kostengünstige Wohnformen werden in Zukunft verstärkt nachgefragt“, sagt die Immobilienexpertin. Solche Lösungen interessieren nicht nur „hotelmüde“ Gäste, sondern auch Senioren oder Frischgeschiedene. Man kann auch ganz besondere Wohnformen anbieten, wie Wohnen mit Kunst. Vor allem der Markt für kleine möblierte Studios in einfacher und mittlerer Qualität sei in Österreich noch längst nicht ausgereizt. Und die Rendite für solche Objekte mit durchschnittlich 7,8 Prozent ist ausgesprochen attraktiv. 

Autor: 
Thomas Askan Vierich
Weitere Artikel