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Süleyman Mehmetoglu und Otmar Frauenholz.
Süleyman Mehmetoglu und Otmar Frauenholz.
© Wolfgang Schmid

„Wir glauben an Wien und seine Affinität zu Italien!“

21.07.2020

Der Name „Theater-Café“ blieb hängen, auch wenn die Nachfolger von Ivo Brnjic wenig Fortune hatten. Nun sorgt Süleyman Mehmetoglu für neues Leben beim Theater an der Wien – mit der Triestiner Weltmarke Illy.   

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Selbstläufer ist der neue Standort auch ohne Corona-Krise keiner: Über Jahre gaben sich die Betreiber an der Linken Wienzeile – trotz der Nähe zum Touristen-Hotspot Naschmarkt – die Klinke in die Hand. Das weiß Süleyman Mehmetoglu. Dennoch habe er im ehemaligen Theatercafé nicht einfach mit der bestehenden Einrichtung eröffnet, „sondern investiert und als Erster alles herausgerissen“. Der Neu-Start sollte schließlich auch im entsprechenden Design erfolgen; die Einrichtung im neuen Illy-Café stammt daher „bis hin zum Kleiderhaken“ direkt aus Italien. Zwei Schanigärten sorgen zudem für südliches Flair. Oder, wie es Illys Österreich-Chef, Otmar Frauenholz, formuliert: „Wir ermöglichen einen kurzen Italien-Urlaub in Zeiten, wo der echte nicht so leicht möglich ist“.

Die Urlaubsverpflegung, also das Angebot im Lokal, reicht bewusst „vom Frühstück über Brunch bis hin zum Apéro“, so Mehmetoglu, der auch ein Wiener Frühstück und das noch ausgiebigere „Habsburger-Frühstück“ neben dem Cornetto (Hörnchen) zum Espresso offeriert. Einen Spielraum von ungefähr 20% des Sortiments überlässt Illy traditionell seinen Franchise-Nehmern, erklärt General Manager Frauenholz. Den Kern aber bildet Kaffee in allen Facetten. Und das bedeutet längst auch „Cold Brew“ zu servieren. Doch bis hin zu Cocktails – etwa dem „Sottobosco“ mit Beerenmarmelade – und der „illycrema“ als gelöffeltem Dessert zieht sich der schwarze Faden durch das Angebot. „Der Konsument hat heute eine höhere Expertise und will viel wissen“, sieht man den Kaffee heute dort, wo 1995 die Begeisterung für den Wein begann.

Cold Brew und Klimaschutz

Die Aufbruchstimmung ist beim ÖGZ-Besuch jedenfalls spürbar. Zumal das Triestiner Familienunternehmen die Corona-Zeit gut überstanden hat. Die Produktion lief weiter und der Mehrkonsum in den „Home Offices“ konnte einiges vom Rückgang in der Gastronomie auffangen. Generell wachse Illy „beim gemahlenen Kaffee mehr als bei der ganzen Bohne“ – für Otmar Frauenholz ist das ein Indiz für neue „Kaffee-Momente“, die genossen würden. Konkret spricht er die Rückkehr der Filter-Maschine, aber auch der Mokka-Kanne für die Herdplatte an.

Illys Edelversion der „Moka“ von David Chipperfield (der in Wien das Kaufhaus Peek & Cloppenburg gestaltet hat) gibt es auch im angeschlossenen Shop am Naschmarkt. Weitere eigene Cafés schließt Frauenholz im Gespräch mit der ÖGZ für dieses Jahr zwar aus, doch der Blick geht auch so in die Zukunft: „2033 feiern wir das 100-jährige Bestehen und bis dahin wollen wir auch im gesamten Unternehmen CO2-neutral sein“.

Autor: 
Roland Graf
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