Direkt zum Inhalt
© Point of View, Robert Herbst© beigestellt / Falstaff

Winzer des Jahres: Eine ganze Stadt freut sich mit

01.09.2020

Jedes Jahr jubelt ein Weinmacher, wenn das „Falstaff“ Magazin den „Winzer des Jahres“ bekannt gibt. Diesmal jubeln eine ganze Stadt und 28 Mönche. Denn der Winzer des Jahres 2020 ist Fritz Miesbauer, Geschäftsführer im Weingut Stadt Krems und zusätzlich verantwortlich für die Weine des Stift Göttweig.

 

Anzeige

Man kann es durchaus als Sensation bezeichnen, wenn ein Stift und eine Stadt mit den höchsten Ehren dekoriert werden, und noch dazu gemeinsam. Zu verdanken ist diese Auszeichnung dem dynamischen Geschäftsführer Fritz Miesbauer, der gemeinsam mit einem jungen, motivierten Team, das Weingut Stadt Krems in nur wenigen Jahren an die Spitze gehievt hat und das Weingut Stift Göttweig gleich dazu.

Historische Wurzeln

Etwas mehr als 40 Hektar Weingärten sind heute im Eigentum der Stadt Krems. Das Weingut, das früher in einem historischen Keller direkt in der Altstadt und seit etwa 100 Jahren am Stadtgraben angesiedelt ist, bewirtschaftet Parzellen in extrem guten Lagen. Kein Wunder, denn die Weinberge sind mit die ältesten der Region. Sie zählten einst zum Bürgerspital (13. Jahrhundert) bzw. kamen 1452 durch Schenkung in Stadtbesitz. Beide Weingüter verfügen über Spitzenlagen im Weinbaugebiet Kremstal, die vom Steiner Pfaffenberg im Westen bis zum Weinzierlberg im Osten von Krems reichen, die Böden bilden mit der Trilogie von Urgestein über Konglomerat bis zu reinen Lössböden das Terroir des Kremstals optimal ab. Die Weine beider Betriebe werden in einer gemeinsamen Kellerei direkt in der Altstadt von Krems vinifiziert.

Schwieriger Einstieg

Das Städtische Weingut stand damals allerdings nicht sehr prächtig da, als Fritz Miesbauer im Jahr 2003 die Führung übernahm. Miesbauer war davor Kellermeister in der heutigen Domäne Wachau gewesen und hatte dort Großartiges geschaffen. Schon im Alter von 27 Jahren wurde er durch das führende schwedische Weinmagazin „Gourmet“ zum Weinmacher des Jahres ausgerufen. Der Wechsel ins städtische Weingut nach Krems ließ daher so manche Augenbraue erstaunt hochgehen.

Dem gebürtigen Wachauer wurde der Wein bereits in die Wiege gelegt. „Meine Eltern besitzen etwa drei Hektar Weingärten in Joching, und es hat mir schon als Kind Spaß gemacht, meiner Mutter im Weinberg zu helfen“, erinnert sich Fritz Miesbauer gegenüber dem „Falstaff“. „Als ich nach den ersten vier Jahren im Gymnasium in Krems dann nach Klosterneuburg wechseln wollte, hat mich mein Vater dazu ermuntert.“

 

 „Ich war immer vom Potential der Lagen des Weingutes überzeugt“, sagt Miesbauer heute. Um das Potential der Lagen auch in der Flasche spürbar zu machen, musste viel geschehen:

• Zahlreiche Rebanlagen mussten renoviert werden
• 29 Hektar Rebflächen wurden völlig neu ausgepflanzt
• Auf 5,4 Hektar Weingärten wurden die historischen Trockensteinmauern rekultiviert
• Der Keller wurde in vier Phasen (2004, 2006, 2011 und 2019) renoviert, erweitert und modernisiert
• Das Weingut wurde zum dynamischen Arbeitgeber: von 4 Mitarbeiter in 2004 auf 23 in 2020
• Mehr als fünf Mio Euro wurden insgesamt investiert

Ergebnis: Das Weingut, das bis 2003 ein Zuschussbetrieb der Stadt Krems war, hat sich zum selbsterhaltenden Unternehmen entwickelt!

„Als ich 2003 ins Unternehmen kam, nannte mir der damalige Bürgermeister Franz Hölzl vier Ziele, die ich erreichen sollte: hohe Qualität, gutes Image, wirtschaftliche Unabhängigkeit sowie das Vertrauen der Stadtverwaltung. Wir haben nun bereits den dritten Bürgermeister seither, und in freundschaftlicher Partnerschaft haben wir alle Ziele erreicht.“ Die Auszeichnung zum „Winzer des Jahres“ besiegelt dies.

Weitere Artikel