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Waffeln, Hohlhippen & Co auf dem Prüfstand

26.09.2017

Die ÖGZ hat sich in einer Blindverkostung mit professioneller Hilfe durch die Produkte namhafter und weniger bekannter Marken gekostet.

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Eines muss man den Herstellern lassen: Sie scheinen sich redlich zu bemühen, ihren Produkten Alleinstellungsmerkmale mitzugeben und sich damit (gewollt?) vom Mitbewerb abzuheben. Was wir damit meinen? Keines der von uns getesteten Produkte gleicht dem anderen, weder vom Geschmack noch vom Aussehen. Und das hat uns ehrlich überrascht, denn mit so vielen (geschmacklichen) Unterschieden hätten wir nicht gerechnet. Das betrifft nicht nur Eisstanitzel, Hohlhippen oder Waffelherzen, sondern auch die größte Gruppe: Waffeln. 

Die von uns getesteten Produkte (siehe Spalte rechts, Kostnotizen) unterscheiden sich zum Teil markant voneinander. Aber wo liegen die Unterschiede? Und worauf kommt es bei diesen, zum Eis gereichten Produkten wirklich an? Antworten darauf gab es bei unserer Blindverkostung von Viola Plundrak, der Produktionsleiterin von „Querfelds Wiener Konditorei“ im 23. Bezirk in Wien. Dort werden sämtliche Backwaren für die acht Querfeld’schen Standorte, u. a. das Café Landtmann und das Café Museum, produziert und mehrmals täglich frisch ausgeliefert. 

Es geht um Harmonie

Was macht also eine gute Waffel aus? „Sie muss knusprig, dünn und goldbraun sein. Sie darf außerdem nicht zu süß sein, das würde das Eis geschmacklich übertönen“, sagt Viola Plundrak. Ihr seien schon oft Produkte untergekommen, die einfach zu süß sind. Für sie ein No-Go. 
Liegt es da nicht nahe, diese Produkte im Betrieb selbst herzustellen – vorausgesetzt, man hat die Möglichkeit dazu? „Das ist eine Betriebsentscheidung – und nicht zuletzt eine Imagesache“, sagt die Konditormeisterin. „Es gibt sehr gute Fertigprodukte, die Auswahl ist groß. Die Frage ist, ob man die für seinen Betrieb perfekte Waffel findet.“ 

Wirtschaftlichkeit

Will man sich also im Betrieb nicht die Arbeit antun oder hat man nicht die logistischen Möglichkeiten dazu, dann sind Fertigprodukte die erste Wahl. „Es ist keine Schande, bei Waffeln zu Fertigprodukten zu greifen“, sagt Viola Plundrak. Denn in Sachen Wirtschaftlichkeit spielt man mit selbsthergestellten Waffeln schnell in einer anderen, ressourcenmäßig aufwändigen Liga. Und das muss man auch vermarkten (können). Sonst wird es schnell unrentabel. Zudem seien selbstgemachte Waffelprodukte nur bedingt lagerfähig, sie ziehen schnell Luftfeuchtigkeit, müssen luftdicht gelagert werden und sollten am besten täglich frisch zubereitet werden. 

Autor: 
Alexander Grübling
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