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Susanna Berner blickt bei Eurogast erweiterten Aufgaben entgegen.
Susanna Berner blickt bei Eurogast erweiterten Aufgaben entgegen.
© beigestellt

Schwein muss man haben

19.12.2017

Warum der stationäre Handel trotz Digitalisierung ausgebaut wird und warum sie auf Schweinefleisch setzt, erklärt die neue Eurogast-Geschäftsführerin Susanna Berner im Interview mit der ÖGZ. 

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Sie übernehmen mit Jänner 2018 die Geschäftsführung bei Eurogast Österreich. Haben Sie strategische Änderungspläne? 
Susanna Berner: Ich war ja schon in meiner Funktion als Prokuristin für die gesamte operative Geschäftsführung der Eurogast-Gruppe verantwortlich. Das regionale und oft jahrzehntelange Know-how im Umgang mit unseren Kunden bleibt die Basis unseres Erfolgs, und darauf setzen wir auch in Zukunft.

Ihr Genuss-Schwerpunkt 2017 war Schweinefleisch. Bleibt das Thema? 
Das war ein perfekter Schwerpunkt, der uns noch bis Sommer 2018 in voller Kraft begleiten wird. Die enorm positive Rückmeldung unserer Kunden bestärkt uns darin. Das oberösterreichische Familienunternehmen Gourmetfein ist hierfür ein idealer Partner. Auch die Zusammenarbeit mit Konstantin Filippou – einem der besten Köche Österreichs – hat irrsinnig viel Freude bereitet. 

Es fällt ja auf, dass viele Topköche das Schwein wiederentdecken. Was spricht denn eigentlich für das Schweinefleisch?
Der Einsatz in der Spitzengastronomie stärkt das Image von Schweinefleisch jedenfalls. Schwein ist aber sowieso besser als sein Ruf. Es ist auch weiterhin das beliebteste Fleisch der Österreicher. Egal ob traditionelle oder modern interpretierte Gerichte, auf die Qualität des Schweines kommt es an. Geschultes Personal und EU-zertifiziertes Schlachten sowie Zerlegen sind dabei wesentliche Eckpfeiler. Was wirklich erstaunlich und für viele auch neu ist: Das rosa Fleisch punktet auch in Sachen Gesundheit. Die Wertigkeit des Schweins schlägt mit 85 zu Buche. Das heißt, dass der menschliche Organismus aus 100 Gramm tierischem Eiweiß ganze 85 Gramm Körpereiweiß bilden kann. Somit liegt das Schweinefleisch in puncto Gesundheit im absoluten Spitzenfeld – noch vor dem Rindfleisch mit einer Wertigkeit von 80. Auch der Hype um neue oder oftmals auch alte Schweinerassen hat sicher zur aktuellen Popularität beigetragen – ein Trend, den wir bei Eurogast zur richtigen Zeit wahrgenommen haben.

Ein anderer Trend geht aber ganz klar weg vom Fleischkonsum. Jede dritte Frau soll laut Umfragen Flexitarierin sein. Welche Produkte muss man denen bieten? 
Ich glaube, man darf sich den Zeichen der Zeit nicht verschließen, der Trend geht dahin, seltener Fleisch zu konsumieren, dieses muss dann aber sehr hochwertig sein. Natürlich weiten wir unser Sortiment immer mehr aus. Ein Beispiel: Vegini, ein österreichischer Produzent von Fleischersatz auf Basis von Erbsenprotein, ist beispielsweise exklusiver Eurogast-Partner. Wichtig ist auch, den Kunden viele Rezeptideen und Vorschläge anzubieten. Wir haben dafür ein ganzes Journal dem Thema „Vegan und Vegetarisch“ gewidmet.

Rund 40 Prozent des Umsatzes werden bereits online generiert. Eurogast investiert derzeit aber auch stark in den stationären Handel. Welche Aufgaben soll ein Großmarkt in der Zukunft erfüllen? 
Wir sehen die Markthallen als Visitenkarte, als Treffpunkt für Gastronomen und als Angelpunkt für Zukunfts­trends, genau aus diesen Gründen werden wir auch künftig verstärkt darauf setzen und weitere Märkte nach diesen Grundsätzen modernisieren. Die neu gestalteten C+C-Märkte, die unter der Marke Markthalle laufen, sind perfekt auf die Bedürfnisse von Gastronomie und Hotellerie abgestimmt. Neben einer größeren Auswahl und Frische liegt ein Schwerpunkt auf der kompetenten Beratung. An den Bedientheken für Fleisch oder Fisch wie auch in der Vinothek stehen Fachberater zur Verfügung, das alles macht das Einkaufen bei Eurogast zu einem Erlebnis mit Mehrwert für den Gastronomen. 

Autor: 
Daniel Nutz
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