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Schule macht Wirtshaus 2.0

05.03.2020

Tourismusschüler übernahmen wieder für einen Tag komplett ein ­Wirtshaus: diesmal den KultiWirt Mühlviertler Hof in Schwertberg.

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Alle Theorie ist grau. Erst in der Praxis kann man erfahren, worum es in der Gastronomie wirklich geht. Wie viel Herzblut, welche vielfältigen Herausforderungen und Potenziale da drin stecken. Und wie viel Spaß das machen kann. Am besten, wenn man das Ganze in Eigenverantwortung übernimmt und selbstständig agieren kann.

Das ist die Idee hinter „Schule macht Wirtshaus“, das die oberösterreichischen KultiWirte letztes Jahr gemeinsam mit der Wirtschaftskammer Oberösterreich und der Tourismusschule Bad Leonfelden gestartet haben. „Der Auftakt war ein durchschlagender Erfolg“, sagen KultiWirte-Obmann Karl Wögerer und Schuldirektor Herbert Panholzer. „15 Absolventen aus Leonfelden, die letztes Jahr dabei waren, haben nach ihrem Abschluss eine Karriere im Tourismus gestartet.“

Für die Branche begeistern

Das ist nicht selbstverständlich. Allzu oft werden die Absolventen von anderen Branchen abgeworben. „Ziel dieses Projektes ist es deshalb, den Abgängern der Tourismusschulen bereits vor deren Abschluss die Chancen in der Branche aufzuzeigen und sie für eine künftige Gastro-Karriere zu begeistern“, sagt Gastronomie-Obmann Thomas Mayr-Stockinger. „Wir wollen den jungen Leute die Chance geben, ihr bereits erworbenes Wissen und vor allem ihre Kreativität öffentlichkeitswirksam zu präsentieren“, sagt der Bildungsexperte für Gastronomie und Hotellerie und Fachgruppenobmann Hotellerie in Oberösterreich, Gerold Royda. Für ihn ist „Schule macht Wirtshaus“ ein wichtiger Teil der Imagekampagne „Gastronomie/Hotellerie – das Richtige für mi“. Auch aufgrund dieser Aktionen kann man eine Trendwende bei den Lehranfängern erkennen. 

Alles in Eigenregie

Diesmal sind sogar 23 Schülerinnen und Schüler dabei, angeleitet von den Schülerinnen Ana Eisenreich und Sarah Goczall. Seit Dezember haben sie sich auf diesen Tag vorbereitet. Es hat sie gereizt, einmal eine gehobene Position mit Verantwortung auszufüllen. Ausbilder, Eltern und Freunde haben mitgeholfen. Wirt Christian Geirhofer ist begeistert: „Die haben sich wirklich völlig selbstständig um alles in Küche und Service, sogar um den Einkauf, gekümmert. Ich konnte mich einmal einen Tag gemütlich zurücklehnen.“ „So ein Projekt schweißt die ganze Klasse zusammen“, sagt Sarah Goczall.

Sie zauberten für rund 90 geladene Gäste ein viergängiges Menü aus regionalen Zutaten, schmückten die Tische, versorgten die Gäste im ersten Gang mit einem Flying Buffet. Extra für den Abend kreierten sie einen Wermut. Erstmals ist das Projekt auch Thema in einer schulischen Abschlussarbeit, verrät Schuldirektor Herbert Panholzer.

Autor: 
Thomas Askan Vierich
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