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Rentable Reiselust der Rentner

16.05.2019

Menschen werden immer älter, gleichermaßen steigt die Zahl der Personen mit körperlichen Einschränkungen. Das macht aus den „Best Agern“ eine lukrative Zielgruppe für die Hotelbranche. Die Scandic-Hotelgruppe zeigt, wie modern und visionär man Barrierefreiheit im Hotelalltag umsetzen kann.

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Die Türen sind breiter als üblich, das Bett steht höher, daneben hat problemlos ein Rollstuhl Platz. An der Rezeption gibt’s Stockhalter, Induktionsschleifen für Hörgeräte und vibrierende Wecker zum Ausleihen. Seniorenheim? Von wegen. Die Räumlichkeiten der Scandic-Hotels sind nordisch-schick, modern, lässig – vor allem aber sind sie so designt, dass sich die Zielgruppe der „Best Ager“ wohlfühlen und frei bewegen kann. 

Das ist Firmenphilosophie, denn Scandic hat aus dem Selbstverständnis heraus, eine Hotelgruppe für jedermann sein zu wollen, Barrierefreiheit fest in sein umfassendes Nachhaltigkeitskonzept integriert. Schon seit 1993 gibt es ein umfassendes Nachhaltigkeitsprogramm, das bis heute in der Branche einzigartig ist. Schwerpunkte sind Umweltfreundlichkeit, Nachhaltigkeit und Barrierefreiheit. Als einzige Hotelmarke beschäftigt das Unternehmen seit 2003 mit Magnus Berglund auch einen Director Accessibility – quasi einen Beauftragten für Barriere-freiheit. „Meine Hoffnung ist, dass alle unsere Gäste Scandic als smartes Hotel wahrnehmen – egal ob Sie unter einer Behinderung leiden oder nicht!“ Es gibt einen 135-Punkte-Plan, an den sich alle neuen oder kürzlich renovierten Hotels der Kette halten müssen, 90 Punkte sind verbindlich vorgeschrieben. So ist zum Beispiel jedes Haus verpflichtet, Rezeption und Lobby so zu gestalten, dass sich ältere Gäste willkommen fühlen. Auch die Zimmer werden kontinuierlich erweitert und verbessert. „Wir wollen den Komfort für ältere Gäste künftig weiter steigern!“, sagt Michael Schutzbach, Head of Europe Scandic Hotels.

Großes Wachstumspotenzial

Keine Frage: Barrierefreiheit wird für Hotels in der Zukunft immer wichtiger. Menschen werden immer älter, gleichermaßen steigt die Zahl der Personen mit Behinderung, und der Anteil der Senioren an der Gesamtbevölkerung nimmt zu: Im Jahr 2030 sollen die über 65-Jährigen an der Gesamtbevölkerung 28 Prozent ausmachen, im Jahr 2060 stellen sie voraussichtlich ein Drittel der Bevölkerung. Das macht aus den „Best Agern“ eine mindestens genauso begehrte Zielgruppe wie die der Millennials. Denn die Reiselust der Senioren wächst und wächst. „Der zunehmende Anteil der Senioren an der Gesamtbevölkerung und die steigende Reiselust der über 55-Jährigen birgt für die Hotelbranche großes Wachstums-potenzial“, so Michel Schutzbach. „Künftig wird der Erfolg von Hotels zu einem gewissen Teil davon abhängen, wie gut sie sich auf die Bedürfnisse der Senioren einstellen.“

Keine Altersheim-Optik

Für die Branche ist das Signal klar: Die Nachfrage nach barrierefreien Hotels steigt, denn Menschen mit Behinderung sind mobil und reisen. Laut einer Studie der EU werden 862 Millionen Tages- und Mehrtages-Trips von Menschen mit eingeschränkter Mobilität und Aktivität zwischen 15 und 64 Jahren sowie Senioren innerhalb der Europäischen Union pro Jahr unternommen. Von 2012 bis 2013 lag die Zahl noch bei 783 Millionen Reisen. Das entspricht einem Plus von neun Prozent. „Die Hotellerie muss auf die steigende Nachfrage reagieren und barrierefreier werden“, ist Michel Schutzbach überzeugt. Dabei gehe es um Investitionen in bauliche Maßnahmen genauso wie um die Schulung und Sensibilisierung von Mitarbeitern. Besonders wichtig ist auch die Umsetzung und ein Design abseits von Altersheim-Optik. „Früher sahen behindertengerechte Hotelzimmer eher aus wie Krankenhauszimmer. Bei Scandic sind alle Zimmer gleich gut gestaltet. Unsere cleveren Lösungen für unsere Gäste mit Handicap sind kaum zu sehen – außer für diejenigen, die sie brauchen.“ 

Text: Jasmin Kreulitsch

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