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© Alex Borland / public domain pictures

Neue Hilfsmaßnahmen der Stadt Wien für Gastronomie und Hotellerie

10.09.2020

Schanigärten dürfen im Winter offen bleiben, Nachtgastronomie wird auf Wettbewerbsbasis gefördert, Hotellerie bekommt 22 Mio

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Insgesamt nimmt die Stadt Wien damit  über 400 Mio. Euro in die Hand, um die aktuelle Gesundheits- und Wirtschaftskrise in Wien zu bekämpfen. „Das heute vorgestellte dritte Corona Hilfsprogramm ergänzt bundesweite Unterstützungsmaßnahmen dort, wo wir aus Sicht unserer Stadt besonderen Bedarf haben“, sagt Vizebürgermeisterin Birgit Hebein. Der grüne Wirtschaftssprecher Hans Arsenovic ergänzt: „Die Grünen Wien kooperieren seit vielen Jahren mit der Clubszene, ein Comeback dieser lebendigen Musikszene ist für Wien essenziell. Es ist gut, dass es nach der Schaffung des bis zu 100 % Fixkostenzuschusses auf Bundesebene jetzt auch seitens der Stadt ein Förderprogramm gibt, welches Clubs bei der Konzeption und Durchführung ihres zukünftigen Programms mit bis zu 30.000 Euro unterstützt. Die Wiener Clubszene als musikalisch-kreatives Ambiente ist ein wichtiger Nährboden für aktuelles zeitgenössisches Musikschaffen. Die vor dem Lockdown vielfältige und lebendige Clubszene zählt mittlerweile auch zu einem Markenzeichen Wiens, die von den Menschen der Stadt geschätzt und von Besucher*innen erwartet wird.“

 

Gezielte Maßnahmen wichtig

 

Drei Viertel der Wiener Hotels haben wieder geöffnet, dennoch lag die Zimmerauslastung im Juli mit 29,9 % immer noch unter der des Vorjahres (86 %). Mit einer jährlichen Wertschöpfung von 3,97 Mrd. Euro (direkte und indirekte Effekte) und einem Beitrag von 4,2 % zu Wiens Bruttoregionalprodukt ist der Tourismus auch ein wichtiger Jobmotor für Wien. Rund 116.500 Jobs sind dem Wiener Tourismus- und der Freizeitwirtschaft zuzurechnen. 

 

Seit dem Lockdown ist das Nachtleben in den Wiener Clubs quasi zum Erliegen gekommen. 4.300 Betriebe – das sind 5 % aller Wiener Unternehmen – sind der Wiener Nachtwirtschaft zuzurechnen. Insgesamt beschäftigen diese rund 24.000 Personen und erwirtschaften einen Jahresumsatz von fast 1 Mrd. Euro sowie eine Bruttowertschöpfung von rund 440 Mio. Euro. Ein Comeback dieser Szene ist für Wien essenziell.

 

22 Mio. Euro Unterstützungspaket für Tourismus und Hotellerie 

Mit einer Anschubfinanzierung von bis zu max. 50.000 Euro pro Betriebsstätte will die Stadt Wien helfen und gleichzeitig Arbeitsplätze schützen. Gefördert werden Kosten für Buffet, Getränke, Marketing, Werbung und externe Dienstleistungen. Die Vergleichsgröße für die Finanzierung sind 6 % des Nächtigungsumsatzes von März bis Mai 2019.

Einreichungen sind von 1. Oktober bis 30. Juni 2021 möglich, Kosten können bis 30. September 2021 geltend gemacht werden. Mit 7 Mio. Euro für Werbemaßnahmen zur Belebung des städtischen Tourismus wird das Budget des WienTourismus kompensiert, das sonst durch den Ausfall großer Teile der Ortstaxe eingebrochen wäre.

 

3 Mio. Euro für Wiener Clubs

 

Gefördert werden soll die Konzeption und Durchführung entsprechender Projekte, Veranstaltungen oder Programme. Dies schließt jedenfalls Konzeptions-, Planungs-, Werbeaufwendungen sowie Gagen für Künstlerinnen und Künstler mit ein. Bei der geplanten Förderung handelt es sich um eine Ausschreibung auf Wettbewerbsbasis. Die Entscheidung über eine Förderung wird von einer Jury getroffen, die nach einem noch näher zu definierenden Kriterienkatalog (hierzu sollen beispielsweise zählen: Originalität/Kreativität des Konzepts, Internationalität, Gender- und Diversity-Aspekte) ihre Auswahl nach dem Wettbewerbsprinzip trifft. Solange besondere Covid-19-Schutz- und -Verhaltensmaßnahmen gelten, ist deren Einhaltung selbstverständlich zwingende Voraussetzung. Gefördert werden 90 % der Kosten, die maximale Fördersumme beträgt 30.000 Euro.

 

Winter-Schanigärten

Mit einer Novelle des Gebrauchsabgabegesetzes (GAG) werden bestehende Sommer-Schanigärten auch über den Winter offen halten können, sofern nicht bereits vergebene Bewilligungen im Winter entgegenstehen (z.B. Maronistände etc.). Damit kann die Diskussion um die Heizstrahler- und -pilze auch in Wien losgehen (siehe Deutschland) …

Autor: 
Thomas Askan Vierich