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20 Jahre Tourismuschefin am Millstätter See: Maria Theresia Wilhelm
20 Jahre Tourismuschefin am Millstätter See: Maria Theresia Wilhelm
© Millstätter Tourismus

Millstätter See: Abgrenzung und Profilschärfung

09.07.2019

Seit 20 Jahren führt Theresia Wilhelm die Geschicke der Millstätter See Tourismus GmbH.

Drei Fragen zu ihrem Schaffen

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Maria Theresia Wilhelm führte am Millstätter See eine ressourcenbasierende Markenstrategie ein. Mit Leitprodukten bzw. Angeboten, die dem Leitzsatz „Zeit zu zweit“ folgen, werden sogenannte Leitmilieus, wie das liberal-intellektuelle Milieu, angesprochen. Ein Kurzinterview zu ihrem Jubiläum.   

ÖGZ: Sie sprechen bestimmte Milieus wie liberal-intellektuelle an. Warum gerade diese Milieus? Reicht die breite Mitte der Gesellschaft nicht aus?

Maria Theresia Wilhelm: Die Mitte ist überall unterwegs. Abgrenzung und Profilschärfung funktioniert bei uns über Zielgruppen. Wir haben uns bewusst auf Menschen fokussiert, die einerseits die Welt kennen und wissen, dass Qualität ihren Preis haben muss – und die andererseits Trendsetter sind und durch ihre Urlaubswahl andere beeinflussen.

Ihr Thema ist die „Zeit zu zweit“. Warum fokussieren Sie in der Vermarktung der Region darauf?

„Zeit zu zweit“ ist das Wichtigste, das wir uns schenken können. Es gibt natürlich Vermittlungsschritte: Über „Augenblicke der Begegnung“ als Claim, den wir heruntergebrochen haben auf See- und Bergberührungen, übrigens unsere eingetragene Trademark. Wir haben in der Natur Logenplätze mit Aussicht und Geschichte geschaffen – wie etwa das 3,20 Meter hohe Granattor auf der Millstätter Alpe – und setzen die Landschaft in Szene und Wert. Es geht darum, dem Gewöhnlichen ein ungewöhnliches Aussehen zu geben, damit im vermeintlich Banalen Geheimnisse entdeckt werden können. Das ist die zentrale Idee der Romantik, die auf bewusste Wahrnehmung abzielt und die wir in unterschiedlichen Facetten deklinieren. Wir haben das Dinner for 2 kreiert. Auf einer schwimmenden Insel kann sich ein Paar dabei einen exklusiven Abend gönnen – die einzelnen Gänge werden vom Ufer aus herüber gerudert. Pro Abend gibt es nur diesen einen Platz für die „Zeit zu zweit“ – und der ist auf Monate ausgebucht. Aber ähnlich erfolgreich sind unsere Biwaks: Ganz allein, an einem wunderbaren Rückzugsort mitten in der Natur. Was mir ganz wichtig ist: All dies sind keine aufgesetzten Sachen. Wir greifen vielmehr auf das zurück, was man am Millstätter See schon immer tat – die Natur mit allen Sinnen genießen.

Als Sie vor 20 Jahren anfingen, haben Sie umgerührt. Gab es Widerstände, wie sind Sie damit umgegangen?

Ich war mir früh bewusst, dass Marken zum Erfolg führen. Daher habe ich viel Überzeugungsarbeit geleistet und meine konkrete Markenstrategie Schritt für Schritt konsequent umgesetzt. Als sich dann die ersten Resultate einstellten und die Wertschöpfung sichtbar wurde, wirkte das wie ein Beschleuniger und die regionale Entwicklung bis hinunter auf Betriebsebene nahm Fahrt auf. Als Touristiker müssen wir Begehrlichkeiten schaffen. Das ist unsere Aufgabe, daran werden wir gemessen. Übrigens: Der Millstätter See hat sich inzwischen von der reinen Sommerdestination zur Ganzjahresdestination entwickelt. Im Sommer hat die beschriebene Markenstrategie gegriffen, im Winter habe ich auf eine klare Vertriebsstrategie gesetzt und Angebote wie Skikarussell, Gratis-Skifahren für Kinder etc. entwickelt. Inzwischen erzielen wir 16 Prozent unserer 1,2 Millionen Nächtigungen im Winter und Hoteliers haben auf Ganzjahresbetrieb umgestellt. Am Millstätter See sind jetzt echte Meilensteine gesetzt. Wesentliche Voraussetzung hierfür ist Leadership oder die Kunst des guten Führens.

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