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Seit zwei Jahren darf in der Gastronomie nicht mehr gequalmt werden. Sind Nikotin-Pouches ein Ersatz?
Seit zwei Jahren darf in der Gastronomie nicht mehr gequalmt werden. Sind Nikotin-Pouches ein Ersatz?
© Getty Images / charliepix

Lutschen statt Paffen

04.11.2021

Herkömmliche und E-Zigaretten wurden bekanntlich aus den Gaststuben verbannt. Diese Lücke füllt eine neue Klasse von Nikotinprodukten.

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Auf dem Tabakmarkt boomt eine noch recht junge Produktgruppe ungebremst: die Nikotinpouches. Sie enthalten keinen Tabak, aber Nikotin und werden in den Mund gesteckt – von Rauchverboten sind sie also nicht betroffen, und die Umgebung bemerkt den Konsum meist gar nicht.

Die kleinen Säckchen in den charakteristischen runden Dosen kommen überwiegend mit Minz- und Mentholaromen, seltener mit Fruchtnoten. Zudem sind sie in unterschiedlichsten Nikotinstärken verfügbar.

Verkauf in der Gastronomie?

Stärkere Raucher gehen immer wieder auf ein Zigaretterl vor das Lokal. Das reduziert nicht nur die Konsumation, es führt oft auch – speziell in der Nachtgastronomie – zu Problemen mit Anrainern. Der Pouch-Konsument muss nicht vor die Türe; er konsumiert sein Nikotin im Lokal.

Die Zielgruppe von Nikotinpouches ist mehrheitlich jung (unter 35 Jahren), männlich und gesundheitsbewusst. Sie sucht den Nikotin-Kick ohne die Gesundheitsfolgen des Rauchens.
Die neue Produktklasse wird in näherer Zukunft ins Tabakmonopol aufgenommen werden, womit sie nur noch in Trafiken erhältlich sein wird. Für die Gastronomie bieten sie die gleichen Verdienstmöglichkeiten wie Zigaretten – mit dem verpflichtenden Aufschlag von zumindest 10 Prozent auf den Trafik-Preis. 

Passende Begleiter

Und was trinkt man dazu? Speziell am Beginn der Konsumationsdauer von zehn bis 20 Minuten geben Pouches ihre Aromen besonders intensiv ab. Ein milder Wein oder vergleichbare Getränke werden davon gleichsam erschlagen, das gleichzeitige Essen verbietet sich ohnehin. Die junge Zielgruppe konsumiert zu den Pouches daher gerne Spirituosen und Shots, bei denen die geschmackliche Beeinträchtigung weniger stark aus- und auffällt.

Autor: 
Matthias Hauptmann