Direkt zum Inhalt

Lob und Tadel

13.08.2014

Anzeige

Mit Problemgästen ist man sowohl als Gastgeber als auch als Mitgast leider immer wieder konfrontiert. Erst letztens hat sich Folgendes zugetragen: Man sitzt zu Mittag in einem Vier-Hauben-Lokal und will das über die Landesgrenzen hinaus gelobte Essen genießen. Am Nachbartisch wird jedoch laut und lange genug über (nennen wir es höflich) Magen-Darm-Probleme gesprochen, was den Genuss doch ordentlich beeinflusst.

Neben den Fäkalvokabularliebhabern schaffen es auch andere Gruppierungen, den Restaurantbesuch zu stören. Größere Runden etwa, die ungehemmt Musikvideos abspielen oder (fast noch schlimmer) selber zu trällern beginnen. Oder streitende Paare, tobende Kinder und unruhige Vierbeiner. Ob es nun die auffälligere Gattung der Stimmungskiller ist oder die nur für Tischnachbarn hörbaren Auswärtsesser ohne Manieren – unangenehm sind beide.

Wie geht man am besten mit solchen Störenfrieden um? Gibt es einen richtigen Weg, um ohne größere Aufregung das Problem zu lösen? Die Frage ist auch, ob sich Mitgäste einmischen sollen oder es doch sinnvoller ist, dem Kellner die Beschwerde überbringen zu lassen. Oder soll der Chef die Angelegenheit selber in die Hand nehmen? Um Ruhe kann freundlich gebeten werden, aber wie geht man mit prekären Themen um?

 

Unangenehm sind solche Vorfälle auf jeden Fall, und es ist wohl viel Fingerspitzengefühl nötig, um sowohl die störenden als auch die davon betroffenen Gäste nicht zu vergraulen. Denn wie meinte schon Charles Ritz: „Der Gast hat immer recht – selbst wenn wir ihn vor die Tür setzen müssen.“
b.altenburger@wirtschaftsverlag.at

Autor: 
Redaktion.OEGZ
Weitere Artikel