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Kommentar: Wildwuchs auf Wiener Märkten?

17.07.2017

Was macht einen Markt attraktiv? Ein Angebot, das es im Supermarkt nicht gibt, Abwechslung, Vielfalt und vor allem das „Erlebnis Markt“. Dazu gehört ganz wesentlich: Kommunikation und Gastronomie. Das Kaffeetscherl für zwischendurch, der Lunch oder Brunch zum Abschluss oder Auftakt. Für viele Besucher ist Letzteres das Wichtigste, deswegen kommen sie überhaupt zum Naschmarkt oder zum Karmelitermarkt oder zum Meidlinger Markt. Und kaufen dann spontan auch noch was für’s Wochenende ein.

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Warum also möchte das Marktamt ebensolche Vergnügungen künftig reduzieren? Das heißt ab sofort allen Neuankömmlingen das gastronomische Miniangebot (8 Sitzplätze) verbieten? Um „Wildwuchs“ (gemeint ist gastronomischer Wildwuchs) einzudämmen und sicher auch, um die Wiener Märkte attraktiver zu machen. Nur was macht einen (Wiener) Markt attraktiv? Sicher nicht Billiggemüse vom Großmarkt, das es so in jedem Supermarkt auch gibt. Ganz sicher nicht an jedem zweiten Stand die immer gleichen überteuerten Trockenfrüchte und Oliven. Eher schon exotische Früchte und Gemüse, erstklassige Qualität, eine gute Beratung, lokale Anbieter. Auch wenn das einigen als „zu teuer“ oder „Bobo-Schicki-micki“ erscheint. Ganz sicher auch ein gutes gastronomisches Angebot, die Möglichkeit vor Ort zu verkosten, sich auch mal hinzusetzen. Sicher nicht der zehnte Asia-Nudelstand oder noch ein Dönerstand. Aber das ist auch nicht wirklich das Problem auf Wiener Märkten. Eher die oben genannten Missstände, gegen die das Marktamt seit Jahren nichts unternimmt. Man darf gespannt sein, ob die angekündigte Marktreform im Herbst daran etwas ändern wird. Die erste der neuen Maßnahmen ist auf alle Fälle gleich mal die falsche.

Autor: 
Thomas Askan Vierich
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