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Im Bild: eine Mischung von Arabicas (80 %) und Robusta (20 %).
Im Bild: eine Mischung von Arabicas (80 %) und Robusta (20 %).
© Alexander Grübling

Kaffee: Kräftige Preiserhöhung droht

12.08.2021

Die Preise für Kaffeebohnen werden steigen. Grund sind Ernteausfälle in Brasilien sowie Lieferengpässe aufgrund der Corona-Pandemie.  

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Die Kaffeeernte in Brasilien wird heuer extrem schlecht ausfallen. Der Grund: Derzeit wird das Land von einer Kältewelle heimgesucht, deren genaues Ausmaß sich noch nicht abschätzen lässt. Davor waren die Plantagen bereits durch die schlimmste Dürre seit 91 Jahren geschwächt worden. Das Problem könnte aber langwierige Folgen haben. Denn stirbt ein Kaffeebaum ab, dauert es mindestens sieben Jahre, bis ein neuer ähnlich viele Bohnen produziert. Vor diesem Hintergrund hatten die Preise für Kaffee der Sorten Arabica und Robusta-Kaffee Ende Juli die höchsten Stände seit drei Jahren erreicht.

80 Prozent höhere Preise

Dem brasilianischen Branchenverband Abic zufolge müssen die dortigen Röster bereits 80 Prozent mehr für rohe Kaffeebohnen zahlen als zum Jahreswechsel. Es stellt sich die Frage, ob der Preis so hoch bleibt? Kurzfristig steigende Rohstoffpreise allein wären kein Problem, sagt Mark Schneider, Chef des Lebensmittelkonzerns Nestle. Einen Großteil des Bedarfs habe sich sein Unternehmen bereits über Termingeschäfte zu festgesetzten Preisen gesichert. Bei Transportkosten sei das dagegen nicht der Fall.

Weil die Coronavirus-Pandemie die internationalen Lieferketten durcheinandergewirbelt hat, fehlen in einigen Teilen der Welt Container, während sie sich in anderen Regionen stapeln. Vor allem zwischen Nord- und Südamerika lohne sich der Kaffee-Transport praktisch nicht mehr, sagt Carlos Santana, Chef-Kaffeehändler beim Brokerhaus Eisa Interagricola. „Die Preise sind drei Mal so hoch wie vor der Pandemie."

Es sieht also so aus, als ob sich auch die Gastronomie und Hotellerie schon bald auf höhere Preise einstellen muss.  

Das sind die aktuellen Rohkaffeepreise

Autor: 
Daniel Nutz
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