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© Nungesser/Radinger (2018), S. 131.

Hygiene im Hotel

05.05.2020

Das Bewusstsein für Händedesinfektion, verstärkte Hygienerichtlinien und nun noch Gesichtsmasken zwingt auch die Hotellerie den Umgang mit Gästen und Mitarbeitern zu überdenken und sich neue Qualitätsstandards für Reinigung UND Hygiene zu überlegen. Tipps von Maria Th. Radinger, Co-Autorin des Buches „Erfolgsfaktor Zimmer und Etage – strategisches und operatives Management“, zur Verfügung gestellt von Kohl & Partner

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Tipp 1: Sauberkeit UND Hygiene als Visitenkarte Ihres Hotels
Die Aufgaben im Housekeeping und in der Reinigung erfolgen in den meisten Betrieben immer noch als „unsichtbare Arbeit“. Für das Wohlbefinden und die Zufriedenheit der Gäste nimmt die Reinigung jedoch eine Schlüsselrolle ein. Es ist damit für den wirtschaftlichen Erfolg Ihres Hotels wesentlich und unmittelbar verantwortlich. 

Tipp 2: Organisationelle Änderungen in allen Abteilungen
Die Abstimmung der Reinigungsarbeiten für das gesamte Hotel muss zukünftig professionell zwischen Hausdame/Housekeeping-Team und den Abteilungsleitern der anderen Abteilungen abgestimmt werden. Die Einschulung aller Mitarbeiter auf Reinigungsmittel und Geräte erfolgt über das Housekeeping, damit Reinigungsprozesse optimiert und zeitgemäße Arbeitsmaterialien zum Einsatz kommen. 
Aktuell wird das Reinigungskonzept häufig jeder Abteilung selbst überlassen. Mitarbeiter verwenden die Reinigungsmittel, die sie vorfinden, ohne zu wissen, ob diese auch für die zu reinigenden Materialien und Oberflächen geeignet sind. Reinigungsmaschinen sind oftmals schon vorhanden, doch weil sich niemand auskennt, werden die Geräte auch nicht verwendet. Dies kostet dem Unternehmen einen hohen Qualitätsverlust. Sauberkeit UND Hygiene vermitteln dem Gast „Sicherheit“ während des Aufenthaltes in Ihrem Hotel. Nutzen Sie die Zeit jetzt, um organisatorische Veränderungen in den Abteilungen umzusetzen. 

Tipp 3: Reinigungssystem gemäß Farbleitsystem nach HACCP
Bei einer professionellen Reinigung kommt man an der Farb-Systematik, wie sie im Gesundheitssystem schon lange angewendet wird, kaum vorbei und sollte es auch nicht, um mit Sicherheit saubere Arbeit abzuliefern. Toiletten, Waschbecken, Schreibtische haben die unterschiedlichsten Anforderungen an die Reinigungsart. Nur allzu schnell passieren Fehler, wenn mehrere in ihrer Nutzung verschiedene Räume unmittelbar hintereinander gereinigt werden. Gerade in sensiblen Räumen kann aber aus einer kleinen Unachtsamkeit eine mittlere Katastrophe entstehen, wenn zum Beispiel Keime oder Partikel in Bereiche getragen werden, wo sie nicht hingehören (Zimmer, Bad, Küchen, Servicebereiche, Wellness). 
Durch Farbzuordnung kann eine Verwechslung weitestgehend ausgeschlossen werden. Grundsätzlich gilt folgender Standard bei der Farbcodierung (siehe Grafik)
Der Einsatz von Farbcodes spart Zeit und Nerven, denn die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter müssen nie wieder überlegen, was für welchen Reinigungsbereich gedacht war. Das erhöht die Sicherheit (beim Gast und bei den Mitarbeitern) und macht das Reinigen effizient und kontrollierbar. 

Tipp 4: Professionelles Arbeitsmaterial 
Voraussetzung ist das Arbeiten mit entsprechenden durch Farben gekennzeichneten Arbeitsutensilien wie Eimer, Mikrofasertücher, Schwämme, Wischmopps und Reinigungsmittelflaschen. Ihre Gäste sind in diesem Bereich anspruchsvoller und sensibler geworden und kennen sich mittlerweile mit dem Farbleitsystem aus.

Tipp 5: Desinfektionsmittel für öffentliche Räume
Zukünftig sollte es in Hotels selbstverständlich werden, an stark frequentierten Plätzen (Eingangsbereich, Empfang, Lobby, Öffentliche WC-Anlagen, Restaurant- und Spa-Eingang, Mitarbeiter- und Arbeitsbereiche, etc.) in Ihrem Betrieb Spender – bzw. mobile Säulen mit Desinfektionsmittel zu platzieren. Auf Kreuzfahrtschiffen ist dies schon Gang und Gäbe. Damit haben sowohl Gäste, Besucherinnen und Besucher als auch Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter die Möglichkeit, sich regelmäßig und mehrmals am Tag, die Hände zu desinfizieren. 

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