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Hotel halal

04.12.2014

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In London wurde über Nacht aus einem Hotel „für Partygänger, Feinschmecker und Modefreaks“ (eigene alte Homepage) eine Vier-Sterne-Unterkunft, in der die Regeln der Scharia gelten. Wie die „Daily Mail“ berichtet, hat der neue Eigentümer des Bermondsey Square Hotels – ein Multimillionär aus Nahost – den Wechsel quasi über Nacht vollzogen. Leider ohne jede Vorwarnung, denn selbst das Personal sei von den plötzlichen Veränderungen überrascht worden. Es ging angeblich alles so schnell, dass nicht einmal Zeit geblieben sei, die Speisekarten umzustellen. Das Servicepersonal musste erstaunten Gästen erklären, dass ein guter Teil der auf den Karten genannten Speisen und Getränke nicht mehr angeboten wird. Kein Roast Pork Belly, kein Black Pudding und kein Fisch im Bierteig mehr – alles verboten. Es geht aber noch weiter: Denn es gilt nicht nur ein Alkohol- und Schweinefleischverbot, sondern es gibt ab sofort auch getrennte Badebereiche, Koran und Gebetsteppiche auf allen Zimmern. Angeblich sind gleichgeschlechtliche Paare weiterhin willkommen – aber würden sie sich in diesem Hotel wirklich wohlfühlen?

Dass man sich auf muslimische Gäste einstellen kann, ist nichts Neues – auch in Österreich gibt es solche Angebote. Denn man weiß, dass muslimische Reisende eine lukrative Zielgruppe für Hoteliers und Tourismusregionen sein können. Gegen eine an muslimische Bedürfnisse angepasste Speisekarte ist ja auch nichts einzuwenden. Aber macht es Sinn, ein ganzes Hotel in Westeuropa nach den Regeln der Scharia zu führen? Ist das gelungene Positionierung? Ein Marketing-Gag? Oder gar ein realistisches Geschäftsmodell? Würde das in Wien auch funktionieren? Wir werden uns das in London ansehen.
a.gruebling@wirtschaftsverlag.at

Autor: 
Redaktion.OEGZ
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