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Habibi & Hawara im Nordbahnviertel eröffnet

29.11.2019

Ein erfolgreiches gastronomisches Integrationsprojekt eröffnet zweites Lokal in Wien – mitfinanziert über Crowdfunding

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Am Donnerstag, dem 28. November war es so weit: Das zweite Habibi & Hawara wurde in Wien eröffnet. 2016, am Höhepunkt der sogenannten „Flüchtlingskrise“, hatte Investor Martin Rohla die Idee, etwas zu machen, um zu zeigen, dass diese „Krise“ auch eine Chance sein kann. Er konnte ein Lokal an einem guten Standort im 1. Bezirk übernehmen und machte daraus ein gastronomisches Integrationsprojekt. Im Habibi & Hawara sollten Menschen mit Flüchtlingshintergrund ausgebildet werden, mit dem Fernziel, dass sie sich als Gastronomen selbstständig machen können, um selbst anderen Menschen einen Job zu geben.

Viel falsch gemacht, viel gelernt

In den ersten Jahren hat man „viel falsch gemacht und viel gelernt“, gibt Rohla zu. Aber jetzt läuft das Lokal und wurden u.a. vom Falstaff mit 81 Punkten für exzellentes Essen und Service ausgezeichnet. Hier arbeiten Menschen aus vielen Ländern professionell zusammen. Es läuft so gut, dass man erweitern konnte. Jetzt hat das zweite Habibi & Hawara im neuen Nordbahnviertel aufgesperrt, im April 2020 kommt das dritte am Siebensternplatz im 7.Bezirk dazu. Das Geld dafür wurde zum Teil über eine Crowdfundingkampagne bei Green Rocket aufgestellt.

Multireligiöse Segnung

Viele dieser Geldgeber waren auch beim Eröffnungsfest dabei, dessen Höhepunkt neben der Schlacht ums Büffet eine anrührende multireligiöse Segnung durch den römisch-katholischen Pfarrer Konstantin Spiegelfeld, der evangelischen Pastorin Ursula Arnold und Imam Tarafa Baghajati war. Baghajati rezitierte auf Hocharabisch die Eröffnungssure des Korans. Und erzählte, dass er als Bauingenieur an der Errichtung des Gebäudes gegenüber beteiligt war.

Armenischer Küchenchef

Küchenchef im neuen Habibi & Hawara ist Hammoudi Ajassem, der 2016 als Küchenhilfe im ersten Habibi & Hawara angefangen hatte. Er sagte: „Vom Tellerwäscher zum Chefkoch im Habibi & Hawara Nordbahn. Das ist meine Geschichte, die im Juni 2016 im Habibi & Hawara begonnen hat. Geschmack kennt hier wirklich keine Grenzen. Unsere Speisen sind wie eine Sprache, die verbindet und ich freue mich sehr, dass ich bereits nach vier Jahren in Österreich als Küchenchef im neuen Habibi & Hawara die Gerichte meiner Heimat gemeinsam mit österreichischen Speisen kochen darf.“ Der Geschäftsführer im Habibi & Hawara am Siebensternplatz wird ebenfalls ein ehemaliger Flüchtling sein.

„Oberhawara“ Martin Rohla sagte: „Wir erkennen im Habibi & Hawara, wie sehr das Zusammenbringen von Menschen – trotz unterschiedlicher Herkunft, Kultur, Weltbild oder Religion – funktioniert. Wenn man ein gemeinsames Ziel definiert, ist diese Vielfalt in Wirklichkeit ein riesiger Vorteil. Man muss nur die richtigen Werkzeuge finden, um aus dieser Vielfalt einen Vorteil zu schaffen."

Mehr zu den ungewöhnlichen gastronomischen Ideen von Martin Rohla in der nächsten ÖGZ.

Autor: 
Thomas Askan Vierich
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