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Viele Gäste garantieren nicht viel Umsatz
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© Österreich Werbung / Sebastian Stiphout

Einnahmen hinken Nächtigungen hinterher

04.12.2019

Es bewahrheitet sich einmal mehr: Jubel über steigende Nächtigungen und „Rekordsommer“ sind verfrüht. Davon darf sich die Branche nicht blenden lassen, warnt einmal mehr die ÖHV und verweist auf die jüngste Tourismusanalyse des WIFO.

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Wenn die Nächtigungen um 5,3 % zunehmen und die Einnahmen nur um 1,7 %, laufe etwas falsch. „Das WIFO legt mit seiner Tourismusanalyse aus Nächtigungsentwicklung und Schnellschätzung der Einnahmen ein wertvolles Analysetool zum richtigen Zeitpunkt vor. Das muss unbedingt den Regierungsverhandlern zur Verfügung gestellt werden. Richtig eingesetzt, können damit Stärken gestärkt und Fehlentwicklungen korrigiert werden“, sagt Markus Gratzer, Generalsekretär der Österreichischen Hoteliervereinigung.

 

Zu viele Billigangebote?

So sei rasch zu erheben, warum die Tourismuseinnahmen mit einem Plus von gerade einmal 1,7 % so stark hinter der Steigerung der Nächtigungen um 5,3 % zurückfallen: „Das kann natürlich auf die starke Zunahme der Tagestouristen zurückzuführen sein, die viel Lärm und Abgase hinterlassen, aber keine Einnahmen, oder darauf, dass die Branche verstärkt auf günstige Angebote umstellt, weil offenen Stelle nicht besetzt werden können“, so Gratzer.

Das sind Indizien dafür, dass die Entwicklung eben doch nicht überall Richtung „Qualitätstourismus“ geht. Aufgrund struktureller Schwierigkeiten nicht gehen kann. Klar sei laut ÖHV, dass rasch gehandelt werden müsse: „Da geht es um viele Arbeitsplätze, Steuern und Einnahmen für die Sozialversicherung. Auch die nächste Regierung wird wieder eine große Steuerreform planen. Wenn die Unternehmen sie nicht erwirtschaften, wird sich das nicht ausgehen“, gibt Gratzer zu denken. Als wirkungsvolle Hebel für Qualitätstourismus in Österreich nennt er die Verkürzung der Abschreibungsdauer oder höhere Nettolöhne und die Durchsetzung der vor Jahrzehnten versprochenen Lohnnebenkostensenkung, um mitarbeiterintensive KMU zu entlasten.

Autor: 
Thomas Askan Vierich
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