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Das ist der neue Weinsommelier-Staatsmeister

15.09.2021

Bereits 2014 holte er sich den begehrten Titel, und jetzt hat er es wieder getan: Suvad Zlatic ist neuer Weinsommelier-Staatsmeister.

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Suvad Zlatic ist neuer Weinsommelier-Staatsmeister. Und seine Freude darüber ist absolut nachvollziehbar. „Es ist schön, zurück zu sein“, sagt er nach seinem Finalsieg. „Der Titel bedeutet mir jetzt noch mehr als 2014, weil ich 2018 den Sieg knapp verpasst hatte und jetzt durch Corona ein Jahr länger auf die Gelegenheit warten musste, mich zu beweisen.“

Manchen hat Corona geschadet, Suvad Zlatic hat in den Lockdowns offenbar fleißig trainiert. Schon in den Vorrunden mit theoretischem Teil und einer Vielzahl an praktischen Tests wurde er seiner Favoritenrolle gerecht. Aber noch galt es, das Finale vor einem größeren Publikum und mehreren Livestreams zu schaffen – wobei Suvad Zlatic (suwine.at) mit Benjamin Zimmerling (Edelweiß Mountain Resort, Großarl) und Stefan Klettner (Burg Vital Resort, Lech) zwei Mitbewerber auf den Fersen waren, die bereits beachtliche Erfolge bei internationalen Sommelier-Wettkämpfen erzielen konnten. 

Rum, Süßwein und Stiegl

Gleich bei der ersten Aufgabe des Finales war Degustationserfahrung gefragt, als drei Getränke blind zu verkosten und zuzuordnen waren – Diplomatico Rum Reserve Exclusiva, St. John Commandaria (zypriotischer Süßwein) und Stiegl Goldbräu. Weiters war einer Gruppe von Gästen eine Magnumflasche Chianti Classico Riserva Tignanello Tenuta Antinori 2008 zu servieren, allerdings mit einer Falle – einer der Gäste nahm dem Sommelier „vor Begeisterung“ die Weinflasche aus der Hand und bewegte sie. Dadurch wurde das Depot aufgewirbelt und diese Flasche konnte nicht mehr serviert werden – trotz Wettbewerbsstresses und Zeitdrucks durfte das den Kandidaten nicht entgehen.

Fehlerhafte Weinkarte

Eine andere Aufgabe bestand darin, eine fehlerhafte Weinkarte zu korrigieren, bei der es etwa zu wissen galt, dass der Champagner Krug Clos du Mesnil 1999 nicht produziert wurde und Krug in Reims zu Hause ist, nicht in Ambonnay – oder, dass der Super Tuscan Solaia 1967 nicht existieren kann, da er erstmals 1978 produziert wurde.

Spannend wurde es auch nochmal in der letzten Runde, als den drei Kandidaten Bilder von namhaften Weingütern und Persönlichkeiten aus der Weinbranche gezeigt wurden und sie diese erkennen mussten – beispielsweise das Etikett Mouton Rothschild 2018 des Künstlers Xu Bing, den Kellermeister des Champagnerhauses Laurent Perrier, Michel Fauconnet, oder Coravin-Erfinder Greg Lamprecht. Schließlich überzeugte Suvad Zlatic die Jury sowohl durch seine Kompetenz als auch durch seine mentale Stärke und das souveräne Auftreten als Gastgeber.
 
Suvad Zlatic streut indes seinen Mitbewerbern Rosen: „Ich hab mich gefreut, dass Benjamin Zimmerling und Stefan Klettner mit mir im Finale waren. Beide kenne ich schon seit ihrer Teilnahme an früheren Nachwuchswettbewerben. Wir haben gemeinsam trainiert und sind sehr freundschaftlich verbunden und unterstützen einander.“

Annemarie Foidl, Präsidentin der Sommelier Union Austria zum Ergebnis des Wettbewerbs: „Ich freue mich, dass wir für die Sommelier-Weltmeisterschaft 2022 in Frankreich einen international absolut wettbewerbsfähigen Kandidaten haben. Suvad Zlatic hat dieses Niveau durch langes intensives Training erreicht. Ich möchte an dieser Stelle auch meinen besonderen Dank an unsere Partner und Sponsoren aussprechen, ohne deren Unterstützung eine Veranstaltung wie diese nicht durchführbar wäre."