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© A.Stanek/ÖGZ

Public Viewings: Was darf ich, was nicht?

23.03.2016

ÖGZ-Serie, Teil 1: Beim Public Viewing zählt für Gäste das Gemeinschaftsgefühl. Ob in Schanigärten, Gaststuben oder Hotel-Lobbys: So machen Sie für Ihren Gast das Fußball-Großereignis zum Erlebnis und für sich zum Umsatzbringer – ohne Behördenprobleme.

 

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Die Liebe zum Fußball ist nichts Intimes. Fußball will man gemeinsam schauen. Und weil nicht jeder nach dem Rudelgucken mit Freunden Chipsbrösel vom neuen Perserteppich im Wohnzimmer entfernen und sich trotzdem quasi wie daheim fühlen will, gibt es die schöne Erfindung der Public Viewings. Beim Wirt ums Eck. Im Hotel im Urlaubsort, oder jeden Abend woanders. Die Wege des Fans sind unergründlich.

Die ÖGZ präsentiert Ihnen deshalb als führendes Branchenmedium in einer sechsteiligen Serie all das, was Sie als Gastronom, als Hotelier dazu wissen müssen. 

Übertragungsrechte

Zunächst die gute Nachricht: Der Veranstalterverband Österreich hat für seine Mitglieder die Live-Übertragungsrechte für die Fußball-EM 2016 mit ORF und AKM vereinbart. Das ist gut, es gilt aber, einige Punkte zu beachten, wie der Veranstalterverband mitteilt: Der ORF ist offizieller Partner der UEFA und hat vollumfänglich die Public-Screening-Rechte für die zeitgleiche öffentliche Wiedergabe der Spiele der EM 2016 erworben. Der ORF übernimmt in Kooperation mit der UEFA zentral die Lizenzierung aller Public-Screening-Events. Zu diesem Zweck wird eine eigene Plattform zur Erteilung von Public-Screening-Lizenzen eingerichtet.

Spiele zeigen ohne Lizenz

Bei der Prüfung der Angaben hält sich der ORF deckungsgleich an die bereits veröffentlichten allgemeinen Public-Screening-Richtlinien der UEFA. Grundsätzlich sind demnach alle öffentlichen Übertragungen melde- und lizenzpflichtig, jedoch kann in zwei Fällen eine Live-Übertragung der Spiele einfach und ohne offi-zielle ORF- bzw. UEFA-Lizenz durchgeführt werden: Fürs Gastgewerbe gilt, dass öffentliche Übertragungen (Public Screenings) in Bars/Hotels/Restaurants und anderen kommerziellen Betrieben keine Lizenz des ORF benötigen, insofern Betriebe Fernsehgeräte in ihren Räumlichkeiten betreiben, die relevanten TV-Abonnements für den kommerziellen Bereich und die notwendigen örtlichen Genehmigungen besitzen, sofern solche Veranstaltungen nicht gesponsert werden und kein Eintrittsgeld erhoben wird (siehe auch Infografik).

Obwohl sie als öffentliche Übertragungen gelten, wird der ORF keine Lizenz für Veranstaltungen verlangen, an denen bis zu 300 Menschen teilnehmen, es sei denn, diese Veranstaltungen werden kommerziell genutzt.

Dabei dürfen keine offiziellen Logos/Marken der UEFA oder der EURO 2016 verwendet werden. Es darf nicht der Eindruck entstehen, dass Ihre Veranstaltung eine offizielle Veranstaltung der EURO 2016 ist! Auch darf das TV-Signal nicht verändert oder modifiziert werden.

Lizenzgebühren

Für alle anderen Public-Screening-Events ist online über das Anmeldeportal des ORF eine Lizenz zu beantragen. Achtung: Trotz offizieller ORF/UEFA-Lizenz ist eine Einbindung von Sponsoren nur sehr eingeschränkt möglich. Public Screenings bis zu einer Bilddiagonale von max. 3 Metern sind in Gastro-Betrieben und dazugehörigen Gastgärten für kommerzielle Veranstaltungen AKMfrei.
Werden die Gäste zusätzlich mit Live-Musik oder Hintergrundmusik unterhalten, ist diese öffentliche Aufführung von Musik nicht AKM-frei. Bei einer Bilddiagonale von mehr als 3 Metern, sowohl bei kommerziellen als auch nichtkommerziellen Veranstaltungen, ist jedenfalls eine Meldung und eine entgeltpflichtige Lizenz der AKM notwendig.

Weitere Infos: www.vvat.at

Lesen Sie in der kommenden Ausgabe Teil 2 unserer Public Viewing-Serie

Autor: 
Alexander Grübling
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